#CSYOU: schlecht gemacht oder gut vermarktet?

Das Video von #CSYOU wurde sehr schnell zu einem viralen Desaster im Internet. Die Partei ist nicht beliebt unter den Youtube-Usern, aber die Partei hat es trotzdem gewagt ein Video hochzuladen. Am Ende kann man sogar von einem Erfolg sprechen. Die Zahlen sprechen für sich.

Die Ausgangsposition war sehr schlecht. Die CSU ist bei Youtube kaum präsent. Einzelne CSU-Politiker pflegen ihre Kanäle, aber allein der Kanal der CSU-Fraktion im Bundestag hatte lediglich ein paar Hundert Follower.

Morgen am 31. August 2019 startete die CSU damit, Youtube zu erobern. Man drehte einen 5-minutigen Clip mit dem Namen "CSYOU". Bayern hat keine nennenswerten Influencer im Netz, die für sie hätten werben können. Daher blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Video selbst zu produzieren. Hausgemacht sozusagen.

Nach der Zerstörung der CDU durch Rezo, entdeckte die deutsche Politik Youtube für sich. Man merkte, dass die Politik auch dort gemacht werden kann. Ein paar Politiker versuchten bereits selbst eine Antwort im Rezo-Stil zu geben. Diesmal war die CSU an der Reihe. 

Das Video wurde von CSU-Spitzen geliked und retweetet und dann ging die Post ab. Man muss schon zugeben: der Clip wirkt nicht authentisch. Der Hauptdarsteller aka "Armin" wirkt wie eine schlechte und künstliche Kopie von Rezo. Die Qualität des Videos ist zwar gut und der Inhalt ist genauso strittig wie bei dem Influencer mit den blauen Haaren. Aber Rezo war als erstes da und ist populär unter Youtubern.

Daher fiel das Urteil sehr schnell: für ein Like kamen ungefähr 50 Dislikes. Andere Youtuber fingen an, CSYOU zu diffamieren. Man machte sich über die CSU lustig. Die Presse berichtete darüber – die Töne waren genauso kritisch.

#CSYOU in der PresseMan hätte es als Disaster bezeichnen können, aber im Internet geht es hauptsächlich um den Hype oder PR.

 

#CSYOU in Zahlen 

Der Shitstorm bei Twitter oder Youtube war vorprogrammiert – Die CSU wird als Partei sowieso dafür kritisiert, denn man hält diese Partei für nicht besonders internetaffin. Und im Internet wird das geliked oder getwittert, was den persönlichen Einstellungen entspricht. 

Aber was hat die CSU damit erreicht? In erster Linie bekam die CSU im Nachgang die (kostenlose) Medienresonanz. Der Youtube-Channel "CSU im Bundestag" existiert seit Ende 2016, aber das populärste Video hatte nicht mal 2000 Aufrufe. Nach dem CSUYou-Video ging es bergauf – mehrere hundert neue Follower täglich. Aktuell verzeichnet man 5000 Fans bei Youtube. Die Youtube-Statistik von "CSU im Bundestag" kann man mit dem Dienst SocialBlade verfolgen:

"CSU im Bundestag": Youtube-Statistik mit SocialBlade

Von fast Null auf ein Million Views in knapp zwei Wochen – also, #CSUliefert :)

Das Word "CSYOU" wurde mehrmals in der Presse und Twitter erwähnt erwähnt. Sogar die falsche Schreibweise "CSUYou" tauchte auf fast 100 auf:

Die Zeit hat es am Anfang falsch geschrieben

Und es ging nicht nur um reine Kritik des Videos, sondern auch um den Inhalt. Das Video an sich hat gerade fast ein Million Views.

Es ist durchaus möglich, dass dieses Video nur der Anfang einer PR-Kampagne der CSU im Netz war. Aus PR-Sicht hat es im Endeffekt gut funktioniert. Das „kostenlose Interesse“ für jedes folgende Video ist geweckt.

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